Vers
 VEDA 
jñānena tu tad ajñānam yeṣāṃ nāśitam ātmanaḥ | teṣām ādityavaj jñānaṃ prakāśayati tat param
„Wie die Sonne Dunkelheit vertreibt und alles erleuchtet, so zerstört göttliches Wissen Unwissenheit und enthüllt die transzendentale Absolute Wahrheit.“ — Bhagavad-Gītā 5.16    

Die vier Zeitalter

Gleich vorweg, damit niemand enttäuscht vorzeitig diese Seite verlässt: Wir befinden uns zwar am Beginn eines Kali-Yugas, eines eisernen Maschinenzeitalters, was man an den materiellen Lebensumständen, den Naturgeschehnissen, all den Kriegen, dem Chaos, dem Leid und der Zerstörung usw. klar erkennen kann, aber:

Dieses Kali-Yuga ist in spiritueller Hinsicht ein besonderes Zeitalter, jedenfalls jetzt noch. Die heutigen Möglichkeiten für spirituelle Entwicklung gibt es nur einmal an einem Tag Brahmas (= 1000 Yuga-Zyklen = 4,320 Mia. Jahre) in einem Kali-Yuga, da jetzt das vedische Wissen weltweit für die Masse der Menschen verfügbar ist und jeder davon profitieren kann solange die Sankirtan-Bewegung, die Bewegung des gemeinsamen Singens der Heiligen Namen Gottes, das Yuga-dharma (die Religion für dieses Zeitalter) noch präsent ist.
(Mehr dazu unter: Yuga-dharma - Religion in den 4 Zeitaltern)

Nach vedischem Verständnis gibt es vier Zeitalter:

  1. Satya-Yuga; Kṛta-Yuga; Zeitalter der Wahrhaftigkeit; goldenes Zeitalter
  2. Treta-Yuga
  3. Dvapara-Yuga
  4. Kali-Yuga; Zeitalter des Streites und der Heuchelei; eisernes Zeitalter

1. Dauer der vier Zeitalter

1.1 Dauer nach irdischer Zeitrechnung

Sie dauern insgesamt 4.320.000 Jahre nach irdischer Zeitrechnung und wiederholen sich zyklisch wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das gegenwärtige Zeitalter wird Kali-Yuga genannt, das Zeitalter des Streites und der Heuchelei. Es begann vor ca. 5000 Jahren.

Yuga Dauer
Satya-Yuga 1.728.000 Jahre
Treta-Yuga 1.296.000 Jahre
Dvapara-Yuga 864.000 Jahre
Kali-Yuga 432.000 Jahre
Total 4.320.000 Jahre
1.2 Dauer nach himmlischer Zeitrechnung

Nach himmlischer Zeit, der Zeitrechnung der Devas (Halbgötter) auf den höheren Planeten beträgt die Gesamtdauer eines Yuga-Zyklus 12.000 Jahre. Ein Tag der Devas entspricht 360 irdischen Tagen (1 Jahr).

Yuga Dauer
Satya-Yuga 4.800 Jahre
Treta-Yuga 3.600 Jahre
Dvapara-Yuga 2.400 Jahre
Kali-Yuga 1.200 Jahre
Total 12.000 Jahre
1.3 Kalpa – ein Tag Brahmas

1000 solcher catur-yuga genannten Zyklen (4,32 Milliarden Jahre) sind 1 Tag im Leben Brahmas. Diese Zeitspanne wird in den Veden kalpa genannt. Brahma ist der Schöpfer der 14 Welten eines Universums und er weilt in seiner Region in der obersten der vierzehn Welten. Als ein Guna-Avatara, der rajo-guna, die Erscheinungsweise der Leidenschaft, beherrscht, ist er zuständig für Schöpfung. Am Ende eines kalpas legt er sich zur Ruhe. Dann existiert nichts unterhalb seiner Region. Seine Nacht währt genauso lang wie sein Tag. Nach dem Erwachen beginnt er die Schöpfung von Neuem. Brahmas Leben währt 100 himmlische Jahre, eine unvorstellbar lange Zeit. Genauso lang existiert das Universum. Es gibt unzählige Universen. Der Vorgang der Schöpfung und Vernichtung der materiellen Welt, die mit einer Wolke am spirituellen Himmel verglichen wird, ist ewig. Wolken erscheinen und lösen sich wieder auf. Es gibt kein Ende und keinen Anfang. Das wird alles genauer erklärt unter Schöpfung und Auflösung der materiellen Welt.

1.4 Spekulationen über die vier Zeitalter

Auf manchen Webseiten und in Videos wird für die Dauer der vier Zeitalter nur die himmlische Zeitrechnung für die Erde genannt. Es wird sogar spekuliert, wir befänden uns am Beginn eines neuen goldenen Zeitalters, eines satya-yugas. Maharishi Mahesh Yogi („Transzendentale Meditation“) rief in den 1960ern ein neues goldenes Zeitalter aus. Von anderen Spekulanten wurde verbreitet, ein neues goldenes Zeitalter hätte Ende des Jahres 2012 begonnen. Sie beziehen sich dabei auf den Maya-Kalender, nach dem 2012 ein neues Zeitalter begann.

Dass wir uns in Wirklichkeit am Beginn eines kali-yugas befinden, beweisen die Aussagen des Śrīmad-Bhāgavatam, des Mahābhārata und anderer vedischer Schriften. Von den Beschreibungen und Eigenschaften, die für die vier Zeitalter genannt werden, kann man ganz leicht ableiten, dass wir am Beginn eines eisernen Zeitalters stehen.

2. Merkmale der vier Zeitalter

2.1 Die drei Gunas sattva, rajas und tamas

Im kṛta-yuga ist sattva-guṇa, die Erscheinungsweise der Reinheit und Tugendhaftigkeit, vorherrschend; im tretā-yuga sattva-guṇa und rajo-guṇa; im dvāpara-yuga rajo-guṇa (die Erscheinungsweise der Leidenschaft) und im kali-yuga ist tamo-guṇa, die Erscheinungsweise der Unwissenheit, vorherrschend.

2.2 Satya-Yuga

Im satya-yuga bringt die Erde erstklassige Nahrung mit hervorragendem Geschmack im Überfluss hervor. Die Menschen strotzen vor Energie wie die ādityas (Halbgötter). Sie können die Devas und himmlischen Rishis (Weisen) direkt wahrnehmen. Ihre Körper sind schön, stark wie der Wind und fest wie Berge, ihre Intelligenz und ihre Sinne sind scharf und ihre Ausstrahlung ist klar. Sie sind von Freude erfüllt, gewaltlos, selbstbeherrscht, einfach, wahrhaftig, entsagt, und sie sind frei von Angst, Gier, Illusion, Lust, Zorn, Neid, Anhaftung, Müdigkeit, Krankheit und der Neigung, Dinge anzusammeln. Sie widmen sich der Meditation im astānga-yoga, führen Opfer aus nach den Anweisungen der Veden etc. Aufgrund dieser Eigenschaften besitzen sie eine sehr lange Lebensdauer. Gegen Ende des kṛta-yuga lassen manche Menschen etwas nach in ihrer Entsagung (ihrer Yoga-Praxis) und so entsteht Schwere in ihren Körpern. Schwere führt zu Müdigkeit und Müdigkeit lässt sie träge werden. Trägheit bringt sie dazu, Dinge anzusammeln; die Ansammlung von Dingen führt zu Anhaftung – je mehr jemand besitzt, desto mehr angehaftet ist er an seinen Besitz – und Anhaftung schließlich bringt Gier hervor. Wir sehen hier, wie die Erscheinungsweise der Reinheit (sattva-guṇa) in einem Menschen allmählich der Erscheinungsweise der Leidenschaft (rajo-guṇa) weicht, wenn ein in sattva-guṇa verankerter Mensch nachlässig wird in seiner Entsagung.

2.3 Tretā-Yuga

Im tretā-yuga gewinnt rajo-guṇa weiter an Einfluss. Aus Gier entwickeln sich allmählich Bosheit, Lüge, Zorn, Leidenschaft, Betrug, Roheit, Gewalt, Furcht, Sorge, Kummer, etc. Dharma (Religion, religiöse Pflichten, göttliches Gesetz, göttliche Anordnung) wird symbolisch als Ochse dargestellt. Seine vier Beine repräsentieren Barmherzigkeit, Sauberkeit, Enthaltsamkeit und Wahrhaftigkeit. Im tretā-yuga steht dharma nur noch auf drei Beinen, d.h. dharma wird um ein Viertel reduziert. Als Folge davon verkürzt sich die Lebensspanne der Menschen. Durch Verminderung der Qualität von Pflanzen und Nahrungsmitteln (in Reinheit, Geschmack, Energie und spezifischer Kraft etc.) und durch das Verhalten der Menschen kommt es zu einer Beeinträchtigung von vāta (ayurvedisches Prinzip: vāta, pitta, kapha – die 3 doṣas) und agni (Verdauungsfeuer) und so können sich die ersten Krankheiten wie jvara [verschiedene Arten von Fieber] etc. manifestieren.

2.4 Dvāpara-Yuga

Im dvāpara vermindert sich dharma wieder um ein Viertel – der Ochse der Religion steht nur noch auf zwei Beinen –, Nahrung verliert weiter an Geschmack, Kraft, Bekömmlichkeit und anderen Eigenschaften, die Widerstandskraft der Menschen wird schwächer und die Manifestation von Krankheiten nimmt zu. Am Ende des dvāpara-yuga gewinnt tamo-guṇa an Einfluss und wird im Verlauf des folgenden Zeitalters zum beherrschenden Faktor.

2.5 Kali-Yuga

Dann steht dharma nur noch auf einem Bein – von Barmherzigkeit, Enthaltsamkeit, Sauberkeit und Wahrhaftigkeit ist nicht mehr viel übrig. Im kali-yuga besitzen die Menschen nur wenig Intelligenz,0 ein schlechtes Gedächtnis, keine Barmherzigkeit, sind immer gestört etc. Das Zeitalter des Kali hat erst vor 5000 Jahren begonnen, d.h. es wird noch 427.000 Jahre dauern bis ein neues kṛta-yuga erblüht.

2.6 Kali, der Herr des Kali-Yuga

Bis dahin wird die Welt von Kali,1 dem Herrn dieses Zeitalters, regiert. Kalis Aufenthaltsorte sind hauptsächlich Spielhöllen, Bordelle, Kneipen, Schlachthäuser, Börsen etc., Orte und Einrichtungen wo es um Geld und Gold, Prostitution und Berauschung geht, wo Tiere massenweise gefangen gehalten, gemästet und dann geschlachtet werden und das Fleisch verkauft und verzehrt wird, wo unregulierter, uneingeschränkter Fleischgenuss etc. als normal angesehen wird.

In diesem Zusammenhang erzählt Śukadeva Gosvāmī im Śrīmad-Bhāgavatam folgende Geschichte: Am Ende des dvāpara, als Mahārāja Yudhiṣṭira die Welt regierte, begab es sich, dass er auf einer Reise einen schwarzen Mann eine Kuh schlagen sah. Dieser Mann war Kali. Erzürnt über diese ungeheure Tat Kalis, zog Yudhiṣṭira sein Schwert und wollte dem Frevler augenblicklich den Kopf abschlagen. Kali wimmerte und flehte um Vergebung. Yudhiṣṭira bekam Mitleid mit ihm, schonte sein Leben und befahl ihm, sein Reich augenblicklich zu verlassen. Doch Kali erwiderte: „Wohin soll ich gehen? Da du regierst, herrscht überall Rechtschaffenheit und es gibt keinen Ort für meinen Aufenthalt.“ Yudhiṣṭira antwortete: „Überall dort, wo Geld und Gold gehortet werden, wo Menschen dem Glücksspiel, der Berauschung, der unzulässigen Sexualität und dem Fleischgenuss frönen, ist dein Ort.“

Damals gab es nicht viele Orte für Kali, doch nach Yudhiṣṭiras Tod nahm Irreligiosität immer mehr überhand und Kali ist heute an fast jedem Ort zuhause.

3. Zitate aus dem Srimad-Bhagavatam

Im 12. Canto des Śrīmad-Bhāgavatam gibt es eine Beschreibung der Symptome des Kali-Zeitalters, die sich zum Teil schon manifestiert haben oder sich mit dem Fortschreiten dieses Zeitalters noch manifestieren werden. Es heißt dort:

Śukaveda Goswami sagte: „Dann, o König, werden Religion, Wahrhaftigkeit, Sauberkeit, Duldsamkeit, Lebensdauer, physische Stärke und Gedächtniskraft Tag für Tag schwinden durch den mächtigen Einfluss des Kali-Zeitalters.“ (S.-B. 12.2.1)

„Im Kali-yuga wird Reichtum allein als das Zeichen von guter Geburt, rechtem Verhalten und guten Eigenschaften eines Mannes angesehen werden und Gesetz und Rechtsprechung werden nur auf der Basis von jemandes Macht angewandt werden.“ (S.-B. 12.2.2)

„Männer und Frauen werden nur aufgrund oberflächlicher Anziehung zusammenleben und geschäftlicher Erfolg wird von Betrug abhängen. . .“ (S.-B. 12.2.3)

„. . . Und jemand, der sehr geschickt darin ist, mit Worten zu spielen, wird als Gelehrter betrachtet werden.“ (S.-B. 12.2.4)

„Eine Person wird als unfromm angesehen werden, wenn sie kein Geld besitzt und Heuchelei wird als Tugend betrachtet werden. . .“ (S.-B. 12.2.5)

„. . . Den Magen zu füllen wird das Ziel des Lebens sein und Dreistigkeit wird als Wahrhaftigkeit angesehen werden. Wer eine Familie erhalten kann, wird als erfahrener Mann gelten und religiöse Prinzipien werden nur zum Zwecke des Ansehens befolgt werden.“ (S.-B. 12.2.6)

„Mit der Zunahme korrupter Bevölkerung werden diejenigen Menschen der sozialen Klassen, die am stärksten sind, politische Macht erlangen.“ (S.-B. 12.2.7)

„Die Bürger werden schwer leiden unter Kälte, Hitze, Regen, Wind und Schnee. Sie werden weiter geplagt werden von Streitigkeiten, Hunger, Durst, Krankheiten und ernsthaften Sorgen.“ (S.-B. 12.2.10)

„Städte werden von Dieben bevölkert sein; die Vedas werden verunreinigt sein durch spekulative Interpretationen von Atheisten; politische Führer werden die Bürger praktisch verzehren (ausbeuten durch Steuern etc.) und sogenannte Priester und Intellektuelle werden hingegebene Verehrer ihrer eigenen Mägen und Geschlechtsteile sein.“ (S.-B. 12.3.32)

„O König, im Kali-Zeitalter wird die Intelligenz der Menschen von Atheismus geprägt sein und sie werden fast nie Opferungen zur Höchsten Persönlichkeit Gottes, der der höchste spirituelle Meister des Universums ist, ausführen. Obwohl die großen Persönlichkeiten, die die drei Welten beherrschen (Brahmā, Śiva, Indra etc.), sich alle vor den Lotosfüßen des Höchsten Herrn verneigen – die unbedeutenden und erbärmlichen Menschen dieses Zeitalters werden es nicht tun.

Ein Mensch liegt im Sterben, überwältigt von Todesfurcht. Obwohl seine Stimme gebrochen ist und er sich kaum bewusst ist über das, was er sagt, kann er von den Reaktionen auf seine fruchtbringenden Handlungen befreit werden (fruchtbringende Handlung – ob sündhaft oder fromm – bedeutet wiedergeboren zu werden) und die höchste Bestimmung erreichen, wenn er den Heiligen Namen des Herrn spricht. Aber dennoch werden die Menschen im Kali-yuga den Höchsten Herrn nicht verehren.“ (Ś.-B. 12.3.43–44)

4. Zitate aus dem Mahabharata

„Nach dem Verschwinden königlicher Pflichten und der Wissenschaft gerechter Bestrafung (danda) wird eine Vermischung der Gesellschaftsklassen einsetzen und unzählige Pseudomönche mit verschiedenen Zeichen bemalt werden erscheinen. Die Purānas und die erhabenen Wahrheiten der Religion missachtend werden die Menschen, getrieben von Lust und Zorn, auf falschen Pfaden wandeln.“

„Im kali-yuga jedoch gibt es keine feststehende Grenze der Lebenslänge, denn manche Menschen sterben schon im Mutterleib und andere kurz nach der Geburt. Die Menschen des Kali-Zeitalters besitzen keine Stärke, sind äußerst zornig, habgierig und unwahrhaftig. Eifersucht, Stolz, Zorn, Betrug, Boshaftigkeit und Habgier beherrschen die Menschen im kali- yuga.“2

„Der Mann von geringer Intelligenz, der das Gewicht der Autorität (der Vedas und der Lehrer der Vedas) zerstört, indem er das verneint, was schon immer als Standard angenommen wurde, wird die Ursache großen Kummers in der Welt.“

„Der König macht das Zeitalter. Wenn der König in strikter Übereinstimmung mit der Wissenschaft gerechter Bestrafung regiert, setzt das beste aller Zeitalter, das satya-yuga ein (satya bedeutet Wahrhaftigkeit). Mit dem satya-yuga setzt Rechtschaffenheit ein; Sünde gibt es nicht. Die Herzen aller Menschen finden keine Freude an Sündhaftigkeit. Ohne Zweifel erlangen alle Menschen das, was sie erstreben und behalten das, was sie besitzen. Alle vedischen Riten erzeugen Verdienste. Alle Jahreszeiten sind angenehm und frei von Übel. Die Stimmen und die Aussprache der Menschen sind klar, und ihr Geist ist freudvoll. Krankheiten gibt es nicht, und alle Menschen leben lang. Ehefrauen werden keine Witwen, und niemand wird ein Geizhals. Im satya-yuga bringt die Erde Kräuter, Gemüse und Getreide in reichem Maße hervor, ohne dass sie gepflügt werden muss. Rinden, Blätter, Früchte und Wurzeln sind nährreich und kraftspendend. Wisse, dass dies die Merkmale des satya-yuga sind, o Yudhiṣṭira.“

„Und die Tugendhaften haben keinen Erfolg, während die Sündhaften über die Maßen erfolgreich sind. Und die Tugend verliert ihre Kraft, während die Sünde allmächtig wird. Und die Menschen, die der Tugend ergeben sind, werden arm und kurzlebig; die aber, die sündig sind, werden langlebig und gewinnen Reichtum.“ (— Markandeya spricht zu König Yudhiṣṭira und seine Gefährten über das Kali-Yuga)

„Und, oh König, dann werden Mädchen schon im Alter von sieben oder acht Jahren schwanger, während Jungen im Alter von zehn oder zwölf Jahren Nachwuchs zeugen. Und in ihrem sechzehnten Jahr werden die Menschen von Altersschwäche und Verfall überkommen, und ihre Lebenszeit wird bald abgelaufen sein.“ (— Markandeya spricht zu König Yudhiṣṭira und seine Gefährten über die Endzeit des Kali-Yuga)

„Und, oh König, die Frauen werden dann zu Müttern zahlreicher Nachkommen, die von geringer Körpergröße sind und denen es an gutem Benehmen und guten Manieren mangelt. Und sie lassen auch ihren eigenen Mund dem Zweck des Zeugungsorgans dienen. Und Hungersnöte verwüsten die Wohnstätten der Menschen, und die Straßen werden von Frauen mit schlechtem Ruf gefüllt sein, während die Frauen im Allgemeinen, oh König, zu solchen Zeiten ihren Männern gegenüber feindlich gesinnt sind und keinen Anstand mehr besitzen. Und, oh König, die Kühe geben zu solchen Zeiten nur wenig Milch, während die Bäume, die von Krähenschwärmen bevölkert sind, nicht viele Blüten und Früchte hervorbringen.“ (— Markandeya spricht zu Maharaja Yudhiṣṭira und seine Gefährten über die Endzeit des Kali-Yuga)

„Und, oh Herr der Menschen, zahlreiche Mleccha-Regenten herrschen dann über die Erde! Und diese sündigen Mächtigen, die falscher Rede ergeben sind, regieren ihre Untertanen nach falschen Prinzipien. Dies, oh Tiger unter den Menschen, ist der Zustand der Welt vor dem Abend des Kali-Zeitalters! Nicht ein einziger Brahmane hält sich dann an die Pflichten seines Standes. Und auch die Kshatriyas und die Vaisyas, oh Herrscher, folgen Praktiken, die im Gegensatz zu denen stehen, die für ihre eigene Klasse angemessen sind. Und die Menschen werden kurzlebig, schwach an Kraft, Energie und Geschick; und ausgestattet mit geringer Kraft und kleinen Körpern, werden sie kaum noch wahrheitsgemäß sprechen. Und die menschliche Bevölkerung schrumpft über weite Landstriche hinweg, und die Regionen der Erde, im Norden und Süden, im Osten und Westen, werden von vielen Tieren und Raubtieren bevölkert sein.“ (— Markandeya spricht zu Yudhiṣṭira und seine Gefährten über die Endzeit des Kali-Yuga)

Anmerkungen

0 Erfindung und Herstellung von technischen und hochtechnischen Produkten und Geräten, welche auf Elektrizität, Erdöl usw. und immenser Resourcen-Verschwendung basieren, ist ein Symptom von Intelligenz und Verstand in rajo- und tamo-guna.

1 Nicht zu verwechseln mit der Göttin Kālī.

2 Sanjaya unterweist den alten blinden König Dhritarāṣtra, dessen gottloser Sohn Duryodhana auf betrügerische Weise Yudhiṣṭira seiner Herrschaft beraubt hatte und in der großen Schlacht von Kurukṣetra gegen Yudhiṣṭira Mahārāja und seine Brüder kämpfte. Siehe Mahabharata — Juwel der Poeten