Vers
VEDA
jñānena tu tad ajñānam yeṣāṃ nāśitam ātmanaḥ | teṣām ādityavaj jñānaṃ prakāśayati tat param
„Wie die Sonne Dunkelheit vertreibt und alles erleuchtet, so zerstört göttliches Wissen Unwissenheit und enthüllt die transzendentale Absolute Wahrheit.“ — Bhagavad-Gītā 5.16

Sanskrit-Glossar

ānanda – spirituelle Glückseligkeit

ārya – noble Person; ehrwürdige Person; zivilisierter Mensch; Befolger der Veden; Mitglied der varṇāśrama-Gesellschaft. Menschen, die in vedischer Zeit in ārya-varśa lebten, dem Land wo das vedische Gesellschaftssystem (varṇāśrama) intakt war, und sich in diesem System betätigten, wurden āryas genannt. Dieses Gebiet erstreckte sich noch am Ende des dvāpara-yuga (vor 5000 Jahren) von Afghanistan über Indien bis Indonesien.

āsana – Yoga-Stellung

āśrama – 1. Lebensstand (caturāśrama); 2. Einsiedelei; Wohnbereich eines brāhmaṇas, gurus

āśraya – Zufluchtsort; Sitz; Wohnstätte

ātman – das Selbstwesen; die spirituelle Persönlichkeit; Seele

ātma-vijñāna – spirituelles Wissen; Wissen über ātman, das Selbst

adharma – Irreligiosität; Pseudo-Religion

adhibhautika-kleśa – Leiden, die einem durch andere Lebewesen zugefügt werden

adhidaivika-kleśa – Leiden, die einem durch höhere Gewalten (devas) zugefügt werden

adhyātmika-kleśa – Leiden, die im Körper liegen; Leiden, die man sich selber zufügt

agnihotra – Opfererung von Speisen im Feuer; das heilige Feuer der brāhmaṇas

ahaṃ brahmāsmi – „ich bin von spiritueller Natur”

ahiṃsa – völlige Gewaltlosigkeit allen Lebewesen gegenüber

ahuta – Opfer zum brahman (Studieren und Rezitieren der Schriften; japa etc.)

akṣara – unfehlbar

akarma – Handeln, das keine karmischen Reaktionen erzeugt; Nichthandeln

amara – unsterblich; Unsterblicher

amṛta – Unsterblichkeit; unsterblich; Nektar der Unsterblichkeit

anumāna – Folgerung; indirekte Wahrnehmung

anumānagamya – das, was durch anumāna erkannt werden kann

artha – 1. wirtschaftliche Entwicklung (4 Prinzipien – dharma etc.); 2. Objekt; Ziel

asaṅga – Loslösung von (weltlicher) Gemeinschaft

asat – nichtexistent

aṣṭāṅga-yoga – das achtfache Yoga-System; hatha-yoga; mystischer yoga

avatāra – „jemand, der herabgestiegen ist” – eine Inkarnation Gottes

avidyā – Unwissenheit; Ignoranz; Nicht-Wissen; materielles Wissen; Unwissen

aviśeṣa – mangelhafte Unterscheidung in Bezug auf Wissen und Nichtwissen, bewusst und unbewusst

avyakta – unmanifestiert; der unmanifestierte Zustand der materiellen Elemente

bali-homa – tägliches yajña der Haushälter, in welchem anderen Lebewesen Speisen gegeben werden, die zuvor Viṣṇu geopfert wurden

bhagavān – Absolute Wahrheit, Persönlichkeit Gottes, vollständige Manifestation des Höchsten

bhakti-yoga – der yoga der Hingabe zu Gott; hingebungsvoller Dienst zur Persönlichkeit Gottes

brāhmya huta – Bewirtung von (brāhmaṇa-)Gästen als tägliches Opfer zu den Menschen

brahmacārin – Schüler im Varṇāśrama; jemand, der brahmacarya übt

brahmacārya – 1. Schülerstand im Varṇāśrama; 2. Enthaltsamkeit; Zölibat

brahmajanman – siehe (sāvitrī-upanāyana)

brahman – 1. der unpersönliche Aspekt der Absoluten Wahrheit; die alldurchdringende unbeschreibliche spirituelle Energie

brahma-vijñāna – Wissen über brahman

brahmayajña – siehe ahuta (mahāpañcayajña)

caturāśrama – vier Lebensstände (brahmacārya, ghṛhasta, vanaprastha, sannyāsa) des vedischen Gesellschaftssystems

caturvarṇya – vier soziale Stände (brāhmaṇa, kṣatriya, vaiśya, śudra) des vedischen Gesellschaftssystems

cetana – Bewusstsein

citta – Gedanke, Geist, Bewusstsein

dāna – Wohltätigkeit

daiva – Schicksal; Taten des vergangenen Lebens

dama – Selbstbeherrschung; Disziplin

devayajña – siehe homa (mahāpañjayajña)

dhana – Reichtum; Wohlstand

dhanaiṣaṇā – das Streben nach Wohlstand

dhanurveda – Wissenschaft der Kriegskunst

dharana – Stufe im aṣṭāṅga-yoga (Konzentration des Geistes)

dharma – Religion, relig. Pflichten; Gesetz

dhyāna – Stufe im aṣṭāṅga-yoga (Meditation)

duḥkha – Leid

dvāpara; dvāpara-yuga – 3. Zeitalter im Zyklus von vier Weltzeitaltern (Dauer: 864.000 Jahre)

dveṣa – Abneigung; Hass

dvija – „Zweimalgeborener” – jemand, der die brahman-Einweihung erhalten hat

eṣaṇā – Verlangen; Bestrebung

gāyatrī – Ein Mantra aus dem Ṛg Veda, den dvijas morgens und abends leise oder im Geist mehrmals rezitieren.

go-rakṣya – Kuhschutz

gosvāmī – „Meister der Sinne”

gṛhasta – Haushälter im Varṇāśrama-System

gṛhasta-āśrama – Haushälter-Lebensstand im varṇāśrama-System

guṇa – 1. Eigenschaft, 2. Strick, Seil

guṇa-avatāras – Beherrscher der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur (sattva-guṇa – Viṣṇu, rajo-guṇa – Brahmā, tamo-guṇa – Śiva).

guru – spiritueller Lehrer (jemand, der „schwer” ist mit Wissen)

hetu – Ursache, Grund

homa – tägliche Opferung von Speisen zu den devas

hutahoma

icchā – Verlangen

indriyārtha – Sinnesobjekt

itihāsa – geschichtliche Aufzeichnung

japa – individuelles (leises) Wiederholen von mantras, Gebeten etc.

japayajña – die Japa-Praxis als Opfer zum brahman

jīvan-mukta – befreite Person

jijñāsā – Frage

jñāna – Wissen

jñāna-yoga – Vorgang der Erkenntnis des Höchsten durch philosophische Analyse und spirituelles Wissen

kāla – Zeit

kāma – Lust; Sinnenbefriedigung

kali; kali-yuga – 4. Zeitalter im Zyklus der 4 yugas; Zeitalter des Streites und der Heuchelei (Dauer: 432.000 Jahre)

karma – 1. Aktion, Handlung, Arbeit 2. karmische Reaktionen

karmaphalā – Resultat, Frucht einer Aktion

karma-yoga – der Vorgang der Verbindung mit Gott durch das Darbringen der Früchte (Verzicht auf die Früchte) eigener Handlungen

kṛta; kṛtayuga – 1. Zeitalter im Zyklus der 4 yugas; „goldenes” Zeitalter (Dauer: 1.728.000 Jahre)

kṣara – fehlbar

kumantra – wertlose Klangschwingung

līlā-avatāras –- Inkarnationen, die wunderbare transzendentale Spiele ausführen (z.B. Kurma, Matsya, Varāha, Nṛsiṃha, Vāmana, Rāmacandra, Kṛṣṇa, Buddha, Kalki).

māyā – Täuschung; Illusion; wörtl. „das, was nicht ist”; die illusionierende Energie Gottes

mahāpañcayajña – die „großen fünf Opfer”, die von gṛhastas täglich durchgeführt werden sollten

mahāmoha – falsches Besitzdenken; große Illusion

manuṣyayajña – siehe brāhmya huta (mahāpañcayajña)

mantra – wörtl. „das, was den Geist befreit” (manas – Geist, trayate – befreien); vedische Klangschwingung, Vers, Aphorismus

moha – Illusion

mokṣa – Befreiung aus saṃsāra; die permanente Situation der Form des Lebewesens, nachdem es die sich verändernden grob- und feinstofflichen Körper aufgegeben hat

mukti – Befreiung

Muni – Gelehrter Brahmana; Weiser

mūrti – Statue einer Form Gottes oder einer Gottheit

nirvāṇa – „jenseits des Waldes”; Befreiung aus der materiellen Welt

nivṛtti – Loslösung vom materiellen Antrieb des Geistes

niyama – Regel; Verbot; Beschränkung

oṃ wird auch oṃkara und pranava genannt und ist eine Klangrepräsentation des Höchsten Herrn, bestehend aus den drei Buchstaben a u m. ER ist nicht verschieden vom Klang und Sanskrit-Zeichen für oṃkara. steht oft am Anfang von vedischen Mantras und Gebeten, z. B. oṃ govindayah namah, oṃ namo bhagavate vāsudevāya. Om tat sad iti nirdeso brahmanas tri-vidhah smṛtah: die drei Worte om tat sat rufen unmittelbar die Höchste Person an. Deshalb sagt Kṛṣṇa, dass Er omkara in allen vedischen Mantras ist (pranavah sarva-vedesu). Die vedischen Mantras werden mit omkara beginnend ausgesprochen, um unmittelbar auf die Höchste Persönlichkeit Gottes hinzuweisen.

pāpa – Sünde, sündhafte Handlungen

pāpmā – sündhaft

pañcamātā – Nach Aussagen des Mahābhārata und anderen vedischen Schriften sollten zivilisierte Menschen (aryas) folgende 5 Personengruppen als ihre Mutter ansehen und dementsprechend respektieren: 1. die leibliche Mutter, die Erde, die Ehefrau des Guru, die Königin, die Kuh

paralokaiṣaṇa – das Streben nach Wiedergeburt auf den himmlischen Planeten

parabrahman – das höchste brahman (der Höchste Herr)

param gati – das höchste Ziel; die höchste Zuflucht

param dhāma – das höchste Reich; das Reich Gottes jenseits der materiellen Welt

pitṛyajña – Opferung zu den Ahnen

prāṇaiṣaṇā – das Bestreben zu leben

prāṇayama – Stufe im aṣṭanga-yoga (Beherrschung der Lebensluft)

prāśita – siehe tarpana

prāyaścitta – Reinigung; Sühne, Buße

prahuta – siehe bali-homa

prakṛti – Natur (von Dingen etc.); die materielle Natur

pralaya – kosmische Vernichtung am Ende eines Tages Brahmās

pramāṇa – Mittel der Examination; Quelle gültigen Wissens

praṇāma – Ehrerbietung (durch Verbeugung, Kniefall etc. zu Göttern, Heiligen und dem Höchsten Herrn)

pratyāhāra – Stufe im aṣṭāṅga-yoga (das Zurückziehen der Sinne)

pratyakṣa – direkte Wahrnehmung

pravṛtti – Antrieb des Geistes zu materieller Tätigkeit; Ursache für Bindung an die materielle Welt

pūjā – Verehrung von mūrtis und transzendentalen Bildformen des Höchsten Herrn in Tempeln und auf Hausaltären

punarjanma – Wiedergeburt

puruṣa – 1. der Höchste Herr, 2. die spirituelle Person, das unzerstörbare, ewige Lebewesen im Körper

puruṣa-avatāras – 3 Formen, Emanationen Bhagavāns: Mahā-Viṣṇu, Garbhodakaśayi-Viṣṇu, Kṣirodakaśayi-Viṣṇu

puruṣakāra – Taten des gegenwärtigen Lebens (im Gegensatz zu daiva)

puruṣottama – der höchste Herr; Name Viṣṇus

rāga – Anhaftung

rājasūya-yajña – großes yajña, das die Kaiserwürde formell bestätigt

śabda – Klang; Worte

śakti – Energie

śāstra – Wissenschaft; die offenbarten vedischen Schriften

śāstra-cakṣu – mit den Augen der Schriften sehen

śloka – Strophe; Vers

śraddhā – Vertrauen

śruti – offenbartes Wissen; die vier Vedas

śruti-pramāṇa – die Schriften (śruti) als Quelle der Wissensaneignung

śūdra – Arbeiter, Handwerker, Künstler etc. im Varṇāśrama-System

sādhu – Heiliger

sādhusaṅga – Gemeinschaft mit Heiligen

sāṅkya – Erkenntnis des Selbst durch analytisches Studium des Körpers

sāvitrī – siehe gāyatrī

sāvitrī-upanāyanabrahman-Einweihung

saṃsāra – Rad des Lebens; Kreislauf von Geburt und Tod

saṃśaya – Zweifel

samādhi – letzte Stufe im aṣṭāṅga-yoga; vollkommene Meditation über die Überseele im Herzen; vollkommene Meditation über die Höchste Persönlichkeit, sein Reich, seine Spiele usw.

saṅga – Gemeinschaft

saṅkalpa – Zweck

saṅkīrtana – gemeinsames Singen der Heiligen Namen Gottes

saṅkīrtana-yajña – das Opfer des gemeinsamen Singens der Heiligen Namen Gottes

sannyāsa – Lebensstand der Entsagung im varṇāśrama

sannyāsin – im Lebensstand der Entsagung lebende Person

sarga – elementare Schöpfung (mahābhūtas, indriyas, tanmātras, manas)

sat – existent

sat-cit-ānanda – ewig, voller Wissen und glückselig. Eigenschaften Bhagavans und der Seele im befreiten Zustand.

sattva, sattva-guṇa – Erscheinungsweise der Reinheit

satya – Wahrheit; Wahrhaftigkeit

satya; satya-yuga – siehe kṛta; kṛta-yuga

smara – Erinnerung

smaranam – sich erinnern (śravanam kīrtanam viṣṇu smaranam – über Viṣṇu hören und sprechen und an ihn denken)

smṛti, smṛti-śāstra – Tradition; auf den Vedas basierende Schriften; Wissenschaft

sukha – Glück

Svāmī – Meister

tamas – Unwissenheit; Dunkelheit (5 Bedeckungen der Unwissenheit)

tamo-guṇa – Erscheinungsweise der Unwissenheit

tapas – (spirituelle) Glut, Hitze; Kraft für Entsagung

tapasya – Entsagung, Verzicht; freiwilliges Auf-sich-nehmen von Schwierigkeiten für spirituellen Fortschritt

tarpana – tägliche Opferung zu den Ahnen

tretā; tretā-yuga – zweites von vier Zeitaltern (Dauer: 1.296.000 Jahre)

triguṇa – die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur (sattva-, rajo-, tamo-guṇa)

vāc – Wort; Sprache

vāda – Debatte; Disput

vaiśyas – Bauern und Händler im varṇāśrama-System

vānaprasta – Lebensstand der Zurückgezogenheit

vāstuvidyā – Wissenschaft des Hausbaus

vaiṣṇava – Verehrer Viṣṇus (Kṛṣṇas etc.)

varṇāśrama(-dharma) – vedisches Gesellschaftssystem bestehend aus vier varṇas und vier āśramas

varṇa – sozialer Stand im vedischen Gesellschaftssystem (brāhmaṇa etc.)

viṣaya – Sinnesobjekt

vijñāna – Wissenschaft des Wissens; verwirklichtes, angewandtes spirituelles Wissen

vikarma – Verbotene oder sündhafte Handlungen; Handlungen, die im Widerspruch stehen zu den Regulierungen der Schriften.

vikāra – Umwandlung, Transformation

vipāpa – frei von Sünden

virāṭ-rūpa – universale Form des Höchsten Herrn

virāṭ-puruṣavirāṭ-rūpa

virajas – frei von Leidenschaft (rajas)

visarga – aus sarga resultierende Wechselwirkungen der guṇas; Schöpfung der Lebewesen

yajña – vedische Opferausführung, Opfer

yajña-pati – „Herr der yajñas”; Viṣṇu

yogin – jemand, der yoga praktiziert

yoga – Verbindung; Vorgang der Loslösung (von māyā) und spirituellen Erhebung (Verbindung mit Gott)

yuga – Zeitalter

yuga-avatāras – in jedem Zeitalter erscheinende Inkarnationen Bhagavāns

yukti – Logik