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Die vedischen Schriften

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"Ich weile im Herzen eines jeden, und von mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, ich bin der Verfasser des Vedānta, und ich bin der Kenner der Veden." (Bhagavad-gītā 15.15)
[Mit diesen Worten unterweist uns der Höchste Herr, Śrī Kṛṣṇa, in der Bhagavad-Gītā.]

Folgende bedeutende vedische Schriften sollen hier in Kürze vorgestellt werden:

Puranas

Purana bedeutet "das, was vervollständigt" und "sehr alt, historisch". Es gibt 18 Puranas: Brahmā-Purana (10.000 Verse), Padma-Purana (55.000 Verse), Viṣṇu-Purana (23.000 Verse), Śiva-Purana (24.000 Verse), Linga-Purana (11.000 Verse), Garuda-Purana (19.000 Verse), Naradiya-Purana (25.000 Verse), Bhāgavata-Purana (18.000), Agni-Purana (15.000 Verse), Skandha-Purana (81.000 Verse), Brahma-Vaivarta-Purana (18.000 Verse), Markandeya-Purana (9.000 Verse), Vamana-Purana (10.000 Verse), Varaha-Purana (24.000 Verse), Matsya-Purana (14.000 Verse), Kurma-Purana (17.000 Verse) und Brahmānda-Purana (12.000 Verse). Sie enthalten vedische Unterweisungen in Form von Geschichte - Geschichte des Universums - und Geschichten. Die philosophischen Unterweisungen der Upanisaden und des Vedānta-sutra werden in den Puranas zum leichteren Verständnis in Form von Geschichten vermittelt.

Im Bhagavat-Purana heißt es, daß ein Purana zehn charakteristische Themen enthält: 1. die Schöpfung des Universums, 2. die Schöpfung der drei Welten und ihrer Lebewesen, 3. die Erhaltung aller Lebewesen, 4. die Inkarnationen des Herrn, 5. die Herrschaft der Manus, 6. die Dynastien großer Könige, 7. die Aktivitäten solcher Könige, 8. Vernichtung, 9. der Antrieb zu Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung und 10. die höchste Zuflucht.

Von allen Puranas ist das Bhāgavata Purana, das auch Śrīmad-Bhāgavatam und Amala Purana ("das fleckenlose Purana") genannt wird, das beste. "Wie der Ganges der erhabenste aller Flüsse ist, Lord Acyuta der höchste unter den Göttern und Lord Śiva der erhabenste unter den Vaiṣṇavas (Geweihten des Höchsten Herrn) ist, so ist das Śrīmad-Bhāgavatam das erhabenste unter den Puranas."

Die bedingten Seelen handeln unter dem Einfluß der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur sattva, rajas und tamas und werden von ihnen beherrscht. Um alle Menschen - ganz gleich von welchen guṇas sie beherrscht werden - durch bestimmte Regeln und Regulierungen allmählich spirituell zu erheben und schließlich zu Gott zurückzubringen, sind sechs Puranas für Menschen in der Erscheinungsweise der Unwissenheit gedacht (Brahmānda, Brahmavaivarta, Markandeya, Bhavisya, Vamana und Brahmā Purana), sechs für Menschen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft (Skandha, Matsya, Kurma, Linga, Śiva und Agni-Purana) und sechs für Menschen in der Erscheinungsweise der Reinheit (Viṣṇu, Naradiya, Bhāgavata, Garuda, Padma, und Varaha Purana).

Die sattvika-Puranas glorifizieren Śrī Kṛṣṇa, die Höchste Persönlichkeit Gottes; die rajasika-Puranas glorifizieren Brahmā, den Schöpfer des Universums und die tamasika-Puranas glorifizieren Agni, Śiva und Durga. Es gibt andere Schriften, wo die Verehrung verschiedener Halbgötter wie Sarasvati (Göttin der Gelehrsamkeit), Lakshmi (Glücksgöttin), die pitris (Vorväter) etc. gefördert wird.

Es gibt zum Beispiel Puranas, wo Regeln für das Opfern von Ziegen zur Göttin Kali beschrieben werden. Dies ist eine Konzession für Menschen in tamo-guṇa, die das Töten von Tieren einschränkt, damit sie nicht Kühe und andere Tiere töten, um ihre Lust auf Fleisch zu befriedigen. Wenn die Menschen ihrem Geisteszustand angemessenen Anweisungen der Puranas folgen, werden sie allmählich gereinigt und irgendwann das Ziel des Lebens erreichen.

Wer uneingeschränkt den Launen seines Geistes folgt, wird dem materiellen Sumpf nie entkommen. Er degradiert und wird in tierischen Formen wiedergeboren.