VEDA

veda-vidyā, brahma-vidyā, rāja-vidyā
„Jenen, deren Unwissenheit zerstört worden ist durch göttliches Wissen, offenbart dieses Wissen die transzendentale Absolute Wahrheit.” — Bhagavad-Gītā 5.16

Yuga-dharma – Religion in den 4 Zeitaltern

Yuga bedeutet Zeitalter und dharma bedeutet Religion, religiöse Pflichten, göttliches Gesetz. Für jedes der vier Zeitalter – satya-, treta-, dvāpara- und kali-yuga – gibt es ein bestimmtes dharma für spirituellen Fortschritt, Glückseligkeit, Befreiung, da die Menschen aufgrund des Einflusses von sattva, rajas und tamas in jedem dieser Zeitalter unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Stärke, Lebensdauer, Neigung etc. besitzen und die Lebensbedingungen unterschiedlich sind.

Alle avatāras, Inkarnationen des Höchsten Herrn, werden in den offenbarten vedischen Schriften beschrieben. Die avatāras, die in den vier yugas erscheinen, um das jeweilige yuga-dharma zu lehren, werden yuga avatāras genannt.

Das Erscheinen des Goldenen Avatara wird im Mahābhārata, im Śrīmad Bhāgavatam und anderen Schriften vorausgesagt. Im Bhāgavatam heißt es:

„Im Kali-yuga führen intelligente Menschen saṅkīrtana durch, um jene Inkarnation Gottes zu verehren, die ständig die Namen Kṛṣṇas singt. Obwohl Seine Hauttönung nicht schwärzlich ist, ist Er Kṛṣṇa Selbst. Er wird von Seinen Beigesellten, Dienern, Waffen und vertrauten Gefährten begleitet.”
— Śrīmad-Bhāgavatam 11.5.32
Sri Isopanisad
Śrī Caitanya Mahāprabhu erschien mit vier Hauptbeigesellten, die alle Erweiterungen des Höchsten Herrn sind: Śrī Nityananda Prabhu, Advaita Acarya, Śrī Gadadhara und Śrīvas Thakur. Zusammen mit ihnen und vielen anderen ewig befreiten Seelen aus der spirituellen Welt etablierte er hari-kīrtana, das yuga-dharma für dieses Zeitalter und gründete die Saṅkīrtana-Bewegung, die Bewegung der Verehrung des Höchsten Herrn durch das gemeinsame Singen der Heiligen Namen Gottes.
hare kṛṣṇa hare kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa hare hare
hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare

ist der mahā-mantra, der große Gesang der Befreiung, der wichtigste, mächtigste und beste aller mantras. Durch das Singen, Sprechen dieser transzendentalen Klangschwingung kann man von allen karmischen Reaktionen auf vergangene Sünden, Vergehen gegen die göttliche Ordnung, befreit werden und in das ewige Königreich Gottes gelangen. Und man kann auch sofort spirituelle Glückseligkeit erfahren. Das ist in diesem Zeitalter der Weg, das Mittel, sich mit dem Höchsten Herrn zu verbinden.

Es gibt andere Heilige Namen Gottes wie Hari, Govinda, Gopala, Gopinatha, Vasudeva, Narayana, Nityananda, Gauranga usw. Sie alle sind transzendental, läutern das Bewußtsein und gewähren das höchste Glück, wenn sie in der rechten Geisteshaltung ohne Vergehen immer wieder gesungen oder gesprochen werden.

Die transzendentalen Spiele Śrī Caitanyas und Seiner Gefähren und die Lehren Śrī Caitanyas sind uns in verschiedenen Schriften überliefert. Die bedeutendsten davon sind Caitanya Caritāmṛta und Caitanya Bhāgavata.

Im Bhagavat-Purāṇa sagt Śukadeva Gosvami im Gespräch mit Mahārāja Pariksit:

„Mein lieber König, das kali-yuga ist zwar voller Fehler, aber einen Vorteil hat es doch: man braucht lediglich kṛṣṇa-kīrtana zu praktizieren und wird dadurch von den Fesseln der Materie befreit und in das transzendentale Königreich befördert.”
— Śrīmad-Bhāgavatam 12.3.51

Im Bṛhan-Naradiya-Purāṇa heißt es:

harer nāma harer nāma harer nāmaiva kevalam
kalau nāsty eva nāsty eva nāsty eva gatir anyathā
„Im Kali-yuga gibt es kein anderes Mittel für spirituellen Fortschritt und Befreiung als das Singen der Heiligen Namen Haris (Kṛṣṇas – harer nāma).”1

Im Caitanya-Caritāmṛta, Adi-Lila 17.22-31 sagt Śrī Caitanya Mahāprabhu, der Höchste Herr:

"In this Age of Kali, the holy name of the Lord, the Hare Kṛṣṇa mahā-mantra, is the incarnation of Lord Kṛṣṇa. Simply by chanting the holy name, one associates with the Lord directly. Anyone who does this is certainly delivered.
"This verse repeats the word 'eva' ['certainly'] three times for emphasis, and it also three times repeats 'harer nama' ['the holy name of the Lord'], just to make common people understand.
"The use of the word 'kevala' ['only'] prohibits all other processes, such as cultivation of knowledge, practice of mystic yoga, and performance of austerities and fruitive activities.
"This verse clearly states that anyone who accepts any other path cannot be delivered. This is the reason for the triple repetition 'nothing else, nothing else, nothing else,' which emphasizes the real process of self-realization.
"To chant the holy name always, one should be humbler than the grass in the street and devoid of all desire for personal honor, but one should offer others all respectful obeisances.
"A devotee engaged in chanting the holy name of the Lord should practice forbearance like that of a tree. Even if rebuked or chastised, he should not say anything to others to retaliate.
"For even if one cuts a tree, it never protests, and even if it is drying up and dying it does not ask anyone for water.
"Thus a Vaiṣṇava should not ask anything from anyone else. If someone gives him something without being asked, he should accept it, but if nothing comes, a Vaiṣṇava should be satisfied to eat whatever vegetables and fruits are easily available.
"One should strictly follow the principle of always chanting the holy name, and one should be satisfied with whatever he gets easily. Such devotional behavior solidly maintains one's devotional service.
"One who thinks himself lower than the grass, who is more tolerant than a tree, and who does not expect personal honor yet is always prepared to give all respect to others can very easily always chant the holy name of the Lord."

Anmerkungen

1 Auf der Download-Seite kann man eine Vertonung der ersten Hälfte eines Kapitels des Caitanya-Bhāgavata herunterladen. In diesem Kapitel wird der erste große Saṅkīrtan Śrī Caitanyas und seiner Gefährten, an dem eine ganze Stadt mit Millionen von Menschen teilnahm, beschrieben. Dieses Līla (transzendentales Spiel) ist nur ein Tropfen aus dem Nektarozean der ewigen Spiele des Herrn. Die Vertonung vermittelt einen guten Einblick in die transzendentalen Spiele Śrī Caitanyas wie sie im Caitanya Caritāmṛta und Caitanya Bhāgavata erzählt werden.