Vers
VEDA
jñānena tu tad ajñānam yeṣāṃ nāśitam ātmanaḥ | teṣām ādityavaj jñānaṃ prakāśayati tat param
„Wie die Sonne Dunkelheit vertreibt und alles erleuchtet, so zerstört göttliches Wissen Unwissenheit und enthüllt die transzendentale Absolute Wahrheit.“ — Bhagavad-Gītā 5.16

Die vedischen Schriften

sarvasya cāhaṃ hṛdi sanniviṣṭo mataḥ smṛtir jñānam apohanaṃ ca | vedaiś ca sarvair aham eva vedyo vedānta kṛd veda-vid eva cāham
„Ich weile im Herzen eines jeden, und von mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, ich bin der Verfasser des Vedānta, und ich bin der Kenner der Veden.“
— Bhagavad-gītā 15.15

Folgende bedeutende vedische Schriften sollen hier in Kürze vorgestellt werden:

Rāmāyana

Das Rāmāyana, dessen Verfasser als Valmiki bekannt ist, ist ein poetisches Werk, das in 24.000 Versen die transzendentalen Spiele und Eigenschaften Śrī Rāmacandras, einer Inkarnation des Höchsten Herrn, als König von Ayodhya beschreibt. Der höchste Herr erschien vor langer Zeit (im treta-yuga) in dieser Form auf der Erde, um Dämonen zu vernichten, die Frommen zu beschützen und um durch sein eigenes Beispiel zu zeigen, wie Könige die Welt regieren sollten. Er war bei allen beliebt. Im Mahabharata heißt es: „Derjenige ist ein wahrer König, von dem jeder mit Stolz und Freude sagt 'das ist mein König!'“

Sri Rāmacandra Einige Zeit nach seiner Vermählung mit Sītadevi, der Glücksgöttin, wurde Śrī Rāma durch ein Versprechen, das sein Vater, König Daśaratha, einer seiner Gemahlinen einst gegeben hatte, für dreizehn Jahre in den Wald verbannt. Diese Gemahlin des Königs wollte nicht, dass Rāma der Thronfolger seines Vaters wird und deshalb musste Rāmacandra, begleitet von Sītadevi und Laksmana, einem seiner drei Brüder, im Wald leben. Dort wurde Sītadevi vom zehnköpfigen Dämon Ravana geraubt. Ravanas Reich war Śrī Lanka. Das Rāmāyana erzählt wie Rāma zusammen mit Laksmana, Hanuman und einem Heer von affenartigen Wesen gegen Ravana in den Krieg zog, den Dämon und sein Heer vernichtete und Sīta befreite, wie sie nach Ayodhya zurückkehrten, wie Rāma Thronfolger wurde und sein Reich regierte, usw.

Es ist äußerst glückverheißend über die transzendentalen Spiele und anziehenden Eigenschaften des Höchsten Herrn zu hören. Solches Hören ebnet den Pfad zur Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod.

Das Rāmāyana ist in Indien vielfach verfilmt worden; es wird in Theaterstücken aufgeführt und existiert als Hörspiel (in englisch). Es gibt sogar zwei Vertonungen in deutsch. Dass diese uralte wahre Geschichte bis heute nichts von ihrem Zauber verloren hat, liegt an der spirituellen Kraft, die den Erzählungen über die Inkarnationen des Herrn innewohnt.