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yuga-dharma

Yuga bedeutet Zeitalter und dharma bedeutet Religion, religiöse Pflichten, göttliches Gesetz. Für jedes der vier Zeitalter satya-, treta-, dvāpara- und kali-yuga gibt es ein bestimmtes dharma für spirituellen Fortschritt, Glückseligkeit, Befreiung, da die Menschen aufgrund des Einflusses von sattva, rajas, tamas in jedem dieser Zeitalter unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Stärke, Lebensdauer, Neigung etc. besitzen und die Lebensbedingungen unterschiedlich sind.

Im satya-yuga beträgt die Lebensspanne der Menschen auf der Erde bis zu 100.000 Jahre. Reine, stärkende Nahrung ist in Form von Früchten, Gemüse etc. im Überfluß vorhanden und muß nicht angebaut werden. Die Menschen sind hauptsächlich mit dem Praktizieren von astanga-yoga, dem achtfachen Yoga-Pfad, beschäftigt. Durch diese Praktik können sie die Überseele im Herzen realisieren und Befreiung erlangen.

Im treta-yuga besteht dharma in der Ausführung opulenter Opfer, die heute mit Sicherheit niemand mehr ausführen kann, weil es an den Mitteln fehlt und weil es keine qualifizierten Priester mehr gibt, die die notwendigen mantras rezitieren können. Die Lebensspanne der Menschen beträgt im allgemeinen 10.000 Jahre.

Im dvāpara-yuga, wo die Lebensspanne der Menschen noch bis zu 1000 Jahre beträgt, wird der Höchste Herr verehrt, indem mąrtis (transzendentale Bildgestalten des Höchsten Herrn) durch Opfergaben und Gebete in großen Tempeln Dienst dargebracht wird. Solche Verehrung wird zwar auch heute noch in vielen Tempeln praktiziert, doch nicht in dem Ausmaß wie im dvāpara-yuga. Die Tempel sind heute kleiner und weniger zahlreich, ja in manchen Gebieten gibt es überhaupt keine vedischen Tempel und die Menschen sind aufgrund ihrer Unwissenheit und Vertiefung in materielles Dasein nicht interessiert an der Verehrung Gottes in Tempeln, wenn sie überhaupt an Gott interessiert sind.

Um die gefallenen, bedingten Seelen im kali-yuga aus dem Sumpf der Unwissenheit zu befreien und ihnen die Möglichkeit zu geben, durch einen einfachen Vorgang, der von jedem überall auf der Welt ausgeführt werden kann, Liebe zu Gott und damit Befreiung zu erlangen, erschien der Herr vor ca. 500 Jahren in Navadvip, Bengalen in einer goldenen Ausstrahlung als Śrī Kṛṣṇa Caitanya, der Goldene Avatar und lehrte den saṅkīrtana-yajña. Sankirtana bedeutet gemeinsames Lobpreisen, Besingen der Herrlichkeit der Persönlichkeit Gottes und das Singen seiner Heiligen Namen. Yajña bedeutet Opfervorgang.

Alle avatāras, Inkarnationen des Höchsten Herrn, werden in den offenbarten vedischen Schriften beschrieben. Die avatāras, die in den vier yugas erscheinen, um das jeweilige yuga-dharma zu lehren, werden yuga avatāras genannt. Die avatāras des satya-, treta- und dvāpara-yuga erscheinen immer in diesen Zeitaltern, während der Goldene Avatar nur einmal an einem Tag Brahmās (sahasra-yuga = 1000 Yuga-Zyklen) im kali-yuga erscheint. Die Menschen dieses Zeitalters sind also alle sehr vom Glück begünstigt, da der Höchste Herr erst vor 500 Jahren erschien und uns Seine transzendentalen Taten und Lehren in verschiedenen Schriften überliefert sind. Diese Schriften sind so wunderbar, daß jeder, der sie mit Vertrauen liest oder hört, Befreiung erlangt und irgendwann ein reiner Geweihter Śrī Caitanyas wird.[1]

Das Erscheinen des Goldenen Avatara wird im Mahābhārata, im Śrīmad Bhāgavatam und anderen Schriften vorausgesagt. Im Bhāgavatam heißt es:

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„Im Kali-yuga führen intelligente Menschen saṅkīrtana durch, um jene Inkarnation Gottes zu verehren, die ständig den Namen Kṛṣṇas singt. Obwohl Seine Hauttönung nicht schwärzlich ist, ist Er Kṛṣṇa Selbst. Er wird von Seinen Beigesellten, Dienern, Waffen und vertrauten Gefährten begleitet.” (S.-B. 11.5.32)

Caitanya Mahāprabhu erschien mit vier Hauptbeigesellten, die alle Erweiterungen des Höchsten Herrn sind: Nityananda Prabhu, Advaita Acarya, Śrī Gadadhara und Śrīvas Thakur. Zusammen mit ihnen und vielen anderen ewig befreiten Seelen aus der spirituellen Welt etablierte er hari-kirtana, das yuga-dharma für dieses Zeitalter und gründete die Sankirtana-Bewegung, die Bewegung des Chantens der Heiligen Namen Gottes. Śrī Caitanya und seine vier Hauptbeigesellten werden mit folgendem mantra verehrt:

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ist der mahā-mantra, der große Gesang der Befreiung, der von Śrī Caitanya propagiert wurde.

Es gibt andere Heilige Namen Gottes wie Hari, Govinda, Gopala, Gopinatha, Vasudeva, Narayana, Nityananda, Gauranga usw. Sie alle sind transzendental, läutern das Bewußtsein und gewähren das höchste Glück, wenn sie in der rechten Geisteshaltung ohne Vergehen immer wieder gesungen oder gesprochen werden.

Die transzendentalen Spiele Śrī Caitanyas und Seiner Gefähren und die Lehren Śrī Caitanyas sind uns in verschiedenen Schriften überliefert. Die bedeutendsten davon sind Caitanya Caritāmṛta, Caitanya Bhāgavata, Caitanya Mangala.

Im Bhagavat-Purana sagt Śukadeva Gosvami im Gespräch mit Mahārāja Pariksit:

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„Mein lieber König, das kali-yuga ist zwar voller Fehler, aber einen Vorteil hat es doch: man braucht lediglich kṛṣṇa-kirtana zu praktizieren und wird dadurch von den Fesseln der Materie befreit und in das transzendentale Königreich befördert.” (Śrīmad-Bhāgavatam 12.3.51)

Im Brhan-Naradiya-Purana heißt es:

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„Im Kali-yuga gibt es keinen anderen Weg, keinen anderen Weg, keinen anderen Weg der Befreiung als das Chanten der Heiligen Namen Haris (Kṛṣṇas - harer nama), als das Chanten der Heiligen Namen Haris, als das Chanten der Heiligen Namen Haris.”[2]

Anmerkungen

1 Auf der Download-Seite können Sie eine Vertonung der ersten Hälfte eines Kapitels des Caitanya-Bhāgavata herunterladen. In diesem Kapitel wird der erste Nagar-Sankirtan Śrī Caitanyas und seiner Gefährten, an dem eine ganze Stadt mit Millionen von Menschen teilnahm, beschrieben. Dieses Lila ist nur ein Tropfen aus dem Nektarozean der Spiele des Herrn. Die Vertonung vermittelt einen guten Einblick in die transzendentalen Spiele Śrī Caitanyas wie sie im Caitanya Caritāmṛta und Caitanya Bhāgavata erzählt werden.

2 Im Caitanya-Caritāmṛta, Adi-Lila 17.22-31 sagt Śrī Caitanya Mahāprabhu, der Höchste Herr:

"In this Age of Kali, the holy name of the Lord, the Hare Kṛṣṇa mahā-mantra, is the incarnation of Lord Kṛṣṇa. Simply by chanting the holy name, one associates with the Lord directly. Anyone who does this is certainly delivered.

"This verse repeats the word 'eva' ['certainly'] three times for emphasis, and it also three times repeats 'harer nama' ['the holy name of the Lord'], just to make common people understand.

"The use of the word 'kevala' ['only'] prohibits all other processes, such as cultivation of knowledge, practice of mystic yoga, and performance of austerities and fruitive activities.

"This verse clearly states that anyone who accepts any other path cannot be delivered. This is the reason for the triple repetition 'nothing else, nothing else, nothing else,' which emphasizes the real process of self-realization.

"To chant the holy name always, one should be humbler than the grass in the street and devoid of all desire for personal honor, but one should offer others all respectful obeisances.

"A devotee engaged in chanting the holy name of the Lord should practice forbearance like that of a tree. Even if rebuked or chastised, he should not say anything to others to retaliate.

"For even if one cuts a tree, it never protests, and even if it is drying up and dying it does not ask anyone for water.

"Thus a Vaiṣṇava should not ask anything from anyone else. If someone gives him something without being asked, he should accept it, but if nothing comes, a Vaiṣṇava should be satisfied to eat whatever vegetables and fruits are easily available.

"One should strictly follow the principle of always chanting the holy name, and one should be satisfied with whatever he gets easily. Such devotional behavior solidly maintains one's devotional service.

"One who thinks himself lower than the grass, who is more tolerant than a tree, and who does not expect personal honor yet is always prepared to give all respect to others can very easily always chant the holy name of the Lord."