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Die vedischen Schriften

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„Ich weile im Herzen eines jeden, und von mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, ich bin der Verfasser des Vedānta, und ich bin der Kenner der Veden.” (Bhagavad-gītā 15.15)
[Mit diesen Worten unterweist uns der Höchste Herr, Śrī Kṛṣṇa, in der Bhagavad-Gītā.]

Folgende bedeutende vedische Schriften sollen hier in Kürze vorgestellt werden:

Vedānta-sutra

Nyaya-prasthana, sruti-prasthana und smṛti-prasthana sind drei Quellen des Wissens. Sie werden zusammen prasthana-traya genannt. Die Upanisaden sind sruti-prasthana; Bhagavad-gītā, Mahābhārata und die Puranas sind smṛti-prasthana und das Vedānta-sutra ist nyaya-prasthana. Alles transzendentale Wissen muß sich auf sruti, smṛti und nyaya (Logik und stichhaltige Argumente) stützen. Deshalb werden in philosophischen Erörtungen und Diskussionen Aussagen durch Zitieren von Versen aus Upanisaden, Vedānta-sutra etc. belegt. In der Bhagavad-gītā (13.5) sagt der Höchste Herr: brahma-sutra-padais caiva hetumadbhir viniscitaih - „Wissen über das Ziel des Lebens wird insbesondere im Vedānta-sutra erklärt, mit aller Beweißführung in bezug auf Ursache und Wirkung.” Deshalb ist das Vedānta-sutra als nyaya-prasthana bekannt.

Das Vedānta-sutra - auch Brahma-sutra genannt - wurde von Vedavyāsa, einer Inkarnation Narayanas, verfaßt. Vedānta bedeutet „das Ende des Wissens”, d.h. transzendentales Wissen über die Absolute Wahrheit in ihren drei Aspekten brahman, paramātmā und bhagavan. Der Hauptzweck des Vedānta-sutra und der Diskussionen in den Upanisaden besteht darin, den persönlichen Aspekt der Absoluten Wahrheit herauszustellen. Im Vedānta-sutra sind die philosophischen Einsichten der Upanisaden zusammengefaßt. Eine Definition für sutra wird in Skanda-Purana gegeben: „ein sutra ist ein Aphorismus, der die Essenz allen Wissens in wenigen Worten ausdrückt. Er muß universal anwendbar und fehlerlos in seiner linguistischen Präsentation sein.”

Das Vedānta-sutra besteht aus vier adhyayas (Kapitel), jeweils unterteilt in vier padas (Unterteilungen). Die Themen jeder Unterteilung von Aphorismen werden ausgeführt mit bezug auf pratijna (Behauptung), hetu (Grund), udaharana (Beweisführung durch Beispiele), upanaya (Korrelation), nigamana (Schlußfolgerung, gestützt auf autoritative Aussagen der śāstra). Pratijna am Anfang des Vedānta-sutra ist: athato brahma-jijnasa („nun ist es an der Zeit, Fragen über die Absolute Wahrheit zu stellen”). Dies indiziert, daß das Werk mit dem Zweck verfaßt wurde, die Absolute Wahrheit zu erkennen.

Die Aphorismen des Vedānta-sutra sind nicht leicht zu verstehen und wurden von Unpersönlichkeitsphilosophen (Mayavadis), die die Persönlichkeit Gottes und die Beziehung der Lebewesen zum Höchsten Herrn verleugnen, falsch interpretiert. Śrīla Vyāsadeva, der Autor des Vedānta-sutra, verfaßte selbst einen Kommentar zum Vedānta-sutra, der als Śrīmad-Bhāgavatam oder Bhagavat-Purana bekannt ist. Wenn ein Autor eines Werkes selbst einen Kommentar zu seinem Werk verfaßt, braucht man sich nicht in die Irre führen zu lassen durch Interpretationen von anderen Autoren.